Über die musikalische Einordnung der Berliner Band wird viel gestritten, da die Ärzte sehr experimentierfreudig sind. Was sich eindeutig sagen lässt, ist, dass die Musikrichtung der Ärzte zwischen Punk-Rock und Pop liegt. In der Rückschau wird deutlich, dass die Ärzte musikalisch wie äußerlich neben der „klassischen“ Berliner Punk-Szene auch sehr stark vom damaligen Rockabilly-Boom (für den zu jener Zeit vor allem die Stray Cats standen) beeindruckt und beeinflusst wurden.
Der Musikstil der Band wird gekennzeichnet durch sehr simple, einprägsame Melodien und Texte, die zwischen (durchaus erwünschter) Albernheit und Ironie pendeln. Zahlreiche Lieder zeichnen sich durch gewandten Wortwitz oder infantilen Humor aus.
Es gibt aber auch Liedtexte mit ernstem Inhalt, die gerade auf den neueren Alben häufiger geworden sind. So sangen die Ärzte z. B. auch Balladen und Liebeslieder, die meistens aus der Feder von Farin Urlaub stammen, wobei viele (z. B. „Zu spät“, „Komm zurück“, „Nichts in der Welt“) vom Ende einer Beziehung handeln.
Auch mit der Zensur wussten sie humorvoll umzugehen. Das Lied „Bitte bitte“ aus dem Album „Das ist nicht die ganze Wahrheit…“ sollte 1988 eine musikalische Aufarbeitung der Indizierung darstellen. Später schrieben die Ärzte „Ein Lied über Zensur“ und arbeiteten das Thema weiter auf. Live umgehen die Ärzte das Verbot, die Stücke zu spielen – damals wie heute –, indem sie die Musik spielen und die Fans dazu singen lassen – zumindest bei „Geschwisterliebe“, das in Hamburg 1988 live mit dem Gesang der Fans aufgezeichnet und als Bonus-Single „Der Ritt auf dem Schmetterling“ dem Live-Album „Nach uns die Sintflut“ in der ersten Auflage beigelegt wurde, damit nicht das ganze Album wegen des Titels indiziert werden konnte.
Auf den ersten EPs („Zu Schön um Wahr zu sein“ und „Uns geht's prima“) und Alben („Debil“, „Im Schatten der Ärzte“) hört man deutlich heraus, dass die Ärzte in jener Zeit Popstars imitierten. Die Melodien entsprachen den Liedern, die man zu der damaligen Zeit im Radio hören konnte, sie waren einfach und leicht zu merken. Die Texte waren geprägt durch Humor und Ironie, dabei wurden auch kindisch wirkende Texte benutzt, zum Beispiel bei „Mein Teddy“, „Paul“ oder „Roter Minirock“, teilweise waren sie auch sarkastisch (z.B. „Schlaflied“).
Mit dem Album „Die Ärzte“ wird dagegen schon deutlich, dass die Band wieder in Richtung Rock'n'Roll gehen würde. Die Lieder waren zwar immer noch deutlicher dem Pop-Genre als dem Rock'n'Roll zuzuordnen, jedoch waren die Text ausgereifter, und Lieder wie „Alleine in der Nacht“ und „Mysteryland“ vermittelten das Image des dunklen Rock'n'Rollers. Zu dieser Entwicklung trug auch Uwe Hoffmann bei, der ab der Folgekompilationen „Ist das alles? – 13 Höhepunkte mit den Ärzten“ bis einschließlich „Geräusch“ alle Die Ärzte produzieren sollte.
Das letzte Album vor der Trennung, „Das ist nicht die ganze Wahrheit...“, stellt dann einen deutlichen Schritt in Richtung Rock dar. „Gute Zeit“ und Siegerin“ lassen den Einfluss Belas Nähe zur Band Sodom spüren. Mit „Elke“ schrieb Farin ein Metal-Stück.
Die Zeit der Trennung hatte Einfluss auf das Reunion-Werk „Die Bestie in Menschengestalt“. Sie und Rod trugen dazu bei, dass es nun mehr ein richtiges Rock-Album war, bei dem man eher sagen konnte, es enthielte Anleihen aus der Popmusik, aber keinesfalls umgekehrt. Hier schlugen die Ärzte auch erstmals politische Töne an: Mit „Schrei nach Liebe“ schufen sie ein bis heute populäres Lied gegen Neonazis.
Auf „Planet Punk“ tritt deutlich die Gitarre in den Vordergrund. Viele Teile, die normalerweise mit einer akustischen Gitarre gespielt werden würden, wurden hier mit einer E-Gitarre gespielt, wie zum Beispiel bei „Die Banane“.
Mit „Meine Ex(plodierte Freundin)“, einem Samba-Stück, gingen Die Ärzte wiedermal einen musikalische neuen Weg. Schon bei Die Bestie in Menschengestalt hatten sie mit „Wenn es Abend wird“ einen Schlager mit Blaskapelle aufgenommen.
Musikalisch austoben tat sich die Band beim Konzeptalbum „Le Frisur“. Es geriet sehr experimentell, was von der Undergroundszene sehr gelobt wurde, allerdings den einen oder anderen Käufer abschreckte.
Mit den regulären Alben „13“ und „Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer“ folgten zwei eher klassische Ärzte-Alben. Hierbei ist noch „Männer sind Schweine“ erwähnenswert, was der größte Erfolg der Band bis dato war. Sehr zum Leidwesen der Band wurde es zu einem Dauerspieler in den Radios und auch auf dem Oktoberfest und auf dem Ballermann wurde es gespielt. Dies lag nicht im Interesse der Band, sodass sie sich entschied, es nicht mehr live zu spielen.
Trotzdem wurde es auf dem zwischen „13“ und „Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer“ veröffentlichten Livealbum „Wir wollen nur deine Seele“ noch einmal in einer Live-Version veröffentlicht. Hierbei spielten die Bläser von den befreundeten The Busters mit.
„Geräusch“ wurde zu einem politisch geprägtem Album. Viele Stücke weisen auf Missstände hin (z.B. „NichtWissen“), andere fordern zum Handeln auf (wie z.B. „Deine Schuld“).
„Jazz ist anders“ ist dagegen wieder mehr mit Popmusik in Verbindung zu bringen (u.A. durch „Himmelblau“, „Lied vom Scheitern“ und „Perfekt“), hat aber auch deutliche Rock-Elemente (wie z.B. „Junge“ und „Living Hell“). Insgesamt ist es, wie schon sein Vorgänger, ernster, unter Anderem durch Lieder wie „Allein“ und „Vorbei ist Vorbei“.
Für die Veröffentlichungen „1, 2, 3, 4 – Bullenstaat!“(1994) und „5, 6, 7, 8 – Bullenstaat!“(2001) spielten die Ärzte die beiden einzigen reinen Punk-Alben der Band ein, die so jedoch nicht im Handel erhältlich sind (Verkauf nur im Fanclub und auf Konzerten).
Ihren eigenen Worten zufolge wurden die Ärzte in dieser Zeit von dem Pop der 1950er Jahre und den Comedian Harmonists beeinflusst. Besonders die hintergründigen Reime der Comedian Harmonists waren maßgebend für die Entwicklung der Band. Ebenfalls wesentlichen Einfluss auf die künstlerische Entwicklung der Ärzte hatte Dion and the Belmonts. Hieraus haben die Ärzte damals ihren eigenen choralen Punk-Rock mit harmonischen Melodien und dem Pop entlehnten Harmonien ersonnen. Farin erklärte zudem, dass die Beatles maßgeblich Einfluss auf seine musikalische Entwicklung hatten und ihn auch beim Schreiben seiner Lieder inspirierten.
Einige Lieder der Ärzte stellen auch Hommagen an musikalische Vorbilder dar; so ist das Lied „Am Ende meines Körpers“ (auf Le Frisur) eine eindeutige Nachahmung des Liedes „Astronomy Domine“ von Pink Floyd. Das Stück „Leichenhalle“ erinnert sehr an den Stil von The Sisters of Mercy. Rods Gesang im Stück „Anti-Zombie“ erinnert nicht zufällig an den Gesang von Glenn Danzig. Auf dem Ramones-Tribut-Sampler „Todos Somos Ramones (A Hommage)“ sind die Ärzte mit „Die Wiking-Jugend hat mein Mädchen entführt“ (Coverversion von „The KKK Took My Baby Away“) vertreten. Auch das Ärzte-Lied „Mein Baby war beim Frisör“ erinnert stark an das genannte Ramones-Lied.
Des Weiteren sind Bela und Rod, wie schon erwähnt, große Kiss-Fans.
Andererseits haben die Ärzte heutzutage deutlichen Einfluss auf Jugendliche und ihre Bands. Die Ärzte sind wohl ein Grund dafür, dass Jugendliche eine Band gründen. Bekannte Beispiele sind die Killerpilze und Halz Maul und Spiel. Beide Gruppen nennen die Ärzte als ihre Vorbilder.
Mit der Punkszene, aus der die Ärzte ursprünglich kamen, verbindet sie fast nichts mehr. Seit der Bandgründung wird den Ärzten von der Punkszene oft vorgeworfen, kommerziell geworden zu sein.
Leicht abzugrenzen von der Punkszene waren und sind die Ärzte dennoch nicht; dem Lebensgefühl und der Kleidung nach sind sie dem Punk mehr oder weniger verbunden. Auch die Zusammensetzung der Band aus Gitarre, Schlagzeug und Bass (minimale Instrumentierung) und die Einfachheit der Kompositionen („drei Akkorde“) entsprach der einer Punkband. Textlich grenzten sich die Ärzte vor allem in den ersten Bandjahren besonders vom politisierten Punk ab; auch die Pop-Anleihen widersprachen den gängigen Vorstellungen einer Punk-Band. Beispiele hierfür sind die Ärzte-Titel „Teenager-Liebe“ und „Teddybär“.
Wie der bandeigenen Biografie zu entnehmen ist, empfand Farin den Politpunkrock der damaligen Zeit als „Sackgasse, die [ihnen] zu stumpf und der [sie] zu albern waren“, und schlug vor, „dass [sie] Popstars imitieren sollten.“ Außerdem hätten Bela und Farin „mit der Gründung der Ärzte schlagartig das Interesse für Hardcore-Punk verloren“.
Durch die bewusste textliche Abgrenzung von den üblichen Punk-Aussagen wurden die Ärzte schnell als Fun-Punk-Band eingeordnet. Der Definition des Fun-Punk nach handelt es sich um eine „lustige Partymusik“, die sich häufig mit absurden Themen, Alkohol-Exzessen oder zynisch-ironischen bzw. sozialkritischen Themen auseinandersetzt.
Jedoch gibt es Lieder der Ärzte, die linkspolitisch sind wie „Schrei nach Liebe“ oder „Ein Sommer nur für mich“. Außerdem sind auf der CD 5, 6, 7, 8 – Bullenstaat! die meisten Lieder gegen Polizei und Staatsgewalt bzw. den Staat gerichtet. Es gibt T-Shirts und Aufnäher mit der Aufschrift „Ärztefans gegen Rechts“ und die Ärzte sind in ihrer Grundeinstellung klar linkspolitisch eingestellt.
Nach der Abwahl des rechtspopulistischen Alt-Bundesrats Christoph Blocher in der Schweiz bot die Band ihr neuestes Album „Jazz ist anders“ in der economy Version am 13. Dezember 2007 für 24 Stunden für alle Schweizer gratis zum Download an. Voraussetzung für diesen Download war, dass man als wahlberechtigter Schweizer bei den Parlamentswahlen nicht Blocher respektive seine Partei die SVP gewählt hatte.
Die Ärzte spielten bisher rund 800 Konzerte auf insgesamt 24 Tourneen (exkl. Tour als Vorband von Kiss)
Bei Live-Auftritten interpretieren Die Ärzte die auf Platte als Pop-Stück arrangierten Titel in der Regel um einiges punkiger und mitunter entstehen hier ganz neue Interpretationen der Stücke. Besonders unter Fans beliebte Titel werden live durch die Band textlich immer wieder verändert, was der Band bereits in den Achtzigern den Ruf einer klassischen Live-Band einbrachte. Beispiele dafür sind „Meine Ex(plodierte Freundin)“, das während der „Jenseits der Grenze des Zumutbaren“-Tour 2003 in einer Oi!-Version gespielt wurde oder auch die Refrain-Einbindung des Publikums bei „Deine Freundin (wäre mir zu anstregend ...)“.
Der Spaß steht bei Live-Auftritten der Berliner Gruppe im Vordergrund; Mittelpunkt der Auftritte waren – damals wie heute – die Dialoge der beiden Ärzte-Gründer Farin Urlaub und Bela B.; die jeweiligen Bassisten Sahnie, Hagen Liebing und Rodrigo González stehen hinter dem Wirken der beiden Protagonisten zurück. Von Seiten der Fans wurde deshalb schon in der Frühzeit immer wieder ein Live-Album gefordert. Dem Drängen wurde nach der Auflösung der Band mit der Veröffentlichung der Live-LP „Nach uns die Sintflut“ nachgegeben.
Änderungen an den Liedtexten seitens Farin und Bela, die die Lieder absurd erscheinen lassen, werden live regelmäßig vorgenommen. Zwei bekannte Beispiele dafür sind Zu spät und Rock Rendezvous. Letzteres wurde - nach Angaben der Band - noch nie mit dem ursprünglichen Text gespielt und sogar im Übungsraum improvisiert. Bei der Band beliebte stilistische Dekorationenselemente der Bühne sind aufblasbare „Gwendoline“-Figuren, die ihrem BDSM-Lied „Sweet sweet Gwendoline“ aus dem Jahr 1986 entlehnt sind, Lichttafeln sowie Lichteffekte diverser Art. Bei den Liedern „Schrei nach Liebe“, „Geisterhaus“ und „Westerland“ werden häufig auch pyrotechnische Effekte, wie Stichflammen auf der Bühne, eingesetzt.
Cover-Versionen anderer Bands werden von den Ärzten nur selten gespielt. Dennoch nutzt die Band im Rahmen ihrer eigenen Lieder die Möglichkeit des Zitierens anderer Titel und Künstler. Auch vor Werbefilmchen machen die Ärzte nicht halt (beispielsweise FA-Werbespotanleihen in „Zu spät“ oder „Popstar“ Live-Mitschnitten). Auf allen Live-Platten der Ärzte finden sich Hinweise auf Musik der jeweiligen Zeit. Inwieweit die Ärzte damit anderen Künstlern Tribut zollen oder die Titel ironisieren, ist zumeist nicht bekannt.
Im Gegensatz zur befreundeten Band Die Toten Hosen sind die Ärzte außerhalb des deutschsprachigen Musikraums weitestgehend unbekannt; Live-Auftritte außerhalb der Bundesrepublik sind daher selten. Dennoch haben die Ärzte im Rahmen ihrer musikalischen Karriere auch Live-Konzerte in Luxemburg, Italien, Spanien, Dänemark, Österreich, der Schweiz, Polen, Russland, Tschechien, Ungarn, Uruguay, Argentinien, Chile und Japan gegeben.
Für die Live-Konzerte in Japan wurde ein Best Of der Alben, die nach Planet Punk veröffentlicht wurden, zusammengestellt. Es erschien exklusiv in Japan unter dem Titel „die ärzte“.
Nach der Reunion der Ärzte wurden um sie herum mehrere Unternehmen gegründet, an deren Erfolg Die Ärzte maßgeblichen Anteil haben. Die Rote Gourmet Fraktion leitet seit 1993 bei den Ärzten das Catering. Aufmerksam wurden Die Ärzte durch eine Freundin Belas, die die beiden ihnen vorstellte. Heute kocht die RGF für mehrere Punkbands die in oder von Deutschland aus auf Tour gehen.
Zur Veröffentlichung des Albums „13“ 1998 gründeten die Ärzte das Plattenlabel Hot Action Records. Auslöser war die Insolvenz der Metronome, dem Label der Ärzte seit der Neugründung 1993. Auf Hot Action Records werden ausschließlich Platten der Ärzte veröffentlicht.
Nach der Reunion 1993 musste auch ein neuer T-Shirt-Verkäufer gefunden werden. Rod stellte der Band Erik Schunder vor, der seitdem zusammen mit dem eigentlichen Merchandiser Jens „Yentz“ Köhler den T-Shirt-Stand leitet. Eigentlich sollte Schunder nur ein „Schrei nach Liebe“-T-Shirt verkaufen, dessen Erlös der Antifa-Gruppe Bensheim zur Verfügung gestellt wurde. Allerdings half Erik Schunder auch Yentz, der oftmals als alleiniger Merchandiser überfordert war. Es kam die Idee auf, die T-Shirts und Bekleidung selbst bedrucken zu lassen. Daraufhin gründeten beide die Deutschrock Merchandise GmbH.
Die Gwendoline ist das Maskottchen der Band. Die Figur stammt ursprünglich aus einem Comic mit dem Titel „The Adventures Of Sweet Gwendoline“ von John Willie. Sie wird auch in dem Song „Sweet sweet Gwendoline“ thematisiert. Nach einigen Auffassungen ist das Lied wie auch die Zeichnung frauenfeindlich. Das von der Band benutzte Motiv stammt vom Ärzte-Grafiker Schwarwel.
Seit 2000 gibt es zwei überdimensionale Gwendolines, die vor allem bei Open Airs die Bühne auf beiden Seiten begrenzen. Zuerst hatte der beauftragte Künstler die Figuren allerdings eigenverantwortlich farbig gestaltet. Nachdem die Hardpop Days mit dieser bunten Ausgaben gespielt wurden und ein Hausboot zur Popkomm in Köln mit ihnen geschmückt war, wurden sie ins klassische schwarz-weiße Design umgefärbt.