Marlon Brandos politisches Engagement galt zunächst der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Wiederholt gab er öffentlich bekannt, er werde sich aus dem Filmgeschäft zurückziehen, um sich ganz dieser politischen Arbeit zu widmen. Im Sommer 1963 organisierte er gemeinsam mit einigen anderen Schauspielerkollegen – darunter Paul Newman und Burt Lancaster – die Arbeit der Bürgerrechtsaktivisten, die Martin Luther King und die von ihm geführte Southern Christian Leadership Conference in Hollywood unterstützen sollten. Sein Freund Harry Belafonte war ein enger Vertrauter von King. Brando setzte seine Prominenz ein, um Spendengelder zu sammeln, und warb auf Demonstrationen für die Ziele der Bürgerrechtsbewegung. Hollywood galt unter Liberalen als Hochburg des Rassismus, Brando und seine Mitstreiter forderten eine umfassende Reformierung des Fernseh- und Filmgeschäfts mit dem Ziel, Farbigen und Angehörigen anderen Minderheiten in Hollywood gleichberechtigte Arbeits- und Selbstdarstellungsmöglichkeiten zu verschaffen. Anfang 1968 nahm Brando auch Kontakt zur Black Panther Party auf, deren Programm und deren Militanz ihn zunächst faszinierten. Als kurz nach der Ermordung Kings im April 1968 das Panther-Mitglied Bobby Hutton von der Oaklander Polizei erschossen wurde, gab Brando ein Fernsehinterview, in dem er diesen Vorfall als politisch motivierten Mord einstufte. Die Polizei leitete gegen Brando daraufhin ein Schadensersatzverfahren ein, das drei Jahre später höchstinstanzlich abgewiesen wurde. Da das politische Programm der Panther zunehmend radikal wurde, brach Brando jedoch schon wenige Wochen nach dem Interview den Kontakt zu ihnen ab, was von der Öffentlichkeit, die seinen Namen weiterhin mit den Panthern in Verbindung brachte, allerdings nicht wahrgenommen wurde. Brando bekannte sich stattdessen zu Kings Prinzip der Gewaltlosigkeit und schloss sich nach der Erschießung Robert Kennedys u. a. einem Komitee von Hollywood-Schauspielern an, das sich für Waffenkontrolle einsetzte.
Bereits während seines Engagements in der Bürgerrechtsbewegung hatte Brandos Aufmerksamkeit sich auch dem politischen Kampf der Indianer zugewandt und er nutzte seine Prominenz, um Spenden einzuwerben und um auf einige ihrer politischen Aktionen aufmerksam zu machen. Im März 1964 nahm Brando an einer Protestaktion – einem fish-in – im US-Bundesstaat Washington teil, bei der Puyallup-Indianer ihre im 19. Jahrhundert vertraglich garantierten Fischereirechte einforderten.
Einer Protestaktion des American Indian Movement (AIM), dessen Mitglieder im Februar 1973 die in der bitterarmen Pine-Ridge-Reservation gelegene Ortschaft Wounded Knee besetzten, verschaffte Brando weltweite Beachtung, indem er mit Hinweis auf diese Ereignisse den Oscar ablehnte, den er für den Film Der Pate erhalten sollte. Von der Besetzung selbst, die erst im Mai beendet wurde, hielt Brando sich fern, nahm an dem anschließenden Gerichtsverfahren jedoch als Beobachter teil, um damit die Besetzer – darunter die charismatischen AIM-Führer Dennis Banks und Russell Means – öffentlichkeitswirksam zu unterstützen.
Wiederholt förderte Brando die Arbeit des AIM auch mit eigenen Geldmitteln; in der Hoffnung, Nachahmer zu finden, überschrieb er darüber hinaus Ende 1974 einen Teil seines privaten Landbesitzes der American Indian Development Association.
Ende Januar 1975 nahm Brando an der Protestaktion einer Gruppe von Menominee-Indianern teil, die seit dem Neujahrstag in Gresham, Wisconsin ein Alexianer-Kloster besetzt hielten. Während dieser Aktion geriet er mit den gewalttätigen Besetzern, die er hatte unterstützen wollen, in Konflikt und wurde in seinem Engagement so desillusioniert, dass er sich von 1976 an allmählich aus den Aktivitäten des AIM zurückzog. Ein letztes Mal geriet Brando in Verbindung mit dem AIM in die Schlagzeilen, als er die Aktivisten Dennis Banks und Leonard Peltier unterstützte, die im Sommer 1975 nach einer erneuten Schießerei in der Pine-Ridge-Reservation vom FBI gejagt wurden und in Brandos Haus Zuflucht suchten.
- 1944: Bobino (Children’s Theatre, Broadway; Autor: Stanley Kauffmann)
- 1944: Hanneles Himmelfahrt (Dramatic Workshop; Autor: Gerhart Hauptmann) – Schulmeister Gottwald; Fremder in Hanneles Traum
- 1944: Dr. Sganarelle (Dramatic Workshop; Autor: Milton Levene)
- 1944: Was ihr wollt (Dramatic Workshop; Autor: William Shakespeare) – Sebastian
- 1944/1945: I Remember Mama (Broadway; Autor: Martin Chamin, Komponist: Richard Rodgers) – Nels
- 1945: Truckline Café (Belasco Theatre, Broadway; Autor: Maxwell Anderson) – Sage MacRae
- 1945: Candida (Gastspielreise, Chicago; Autor: George Bernard Shaw) – Marchbanks
- 1946: A Flag is Born (Alvin Theatre, Broadway; Autor: Ben Hecht, Musik: Kurt Weill; mit Paul Muni) – David
- 1946: The Eagle Has Two Heads (Gastspielreise, Washington, D. C., Boston, Autor: Jean Cocteau; mit Tallulah Bankhead) – Stanislas
- 1947–1949: Endstation Sehnsucht (Gastspielreise über New Haven, Boston, Philadelphia; Ethel Barrymore Theatre, Broadway; Autor: Tennessee Williams) – Stanley Kowalski
- 1953: Helden (Tournee; Rhode Island, Massachusetts, Connecticut; Autor: George Bernard Shaw) – Sergius
- 1950: Die Männer (The Men)
- 1951: Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)
- 1952: Viva Zapata!
- 1953: Julius Caesar
- 1953: Der Wilde (The Wild One)
- 1954: Die Faust im Nacken (On the Waterfront)
- 1954: Désirée
- 1955: Schwere Jungs – leichte Mädchen (Guys and Dolls)
- 1956: Das kleine Teehaus (The Teahouse of the August Moon)
- 1957: Sayonara
- 1958: Die jungen Löwen (The Young Lions)
- 1960: Der Mann in der Schlangenhaut (The Fugitive Kind)
- 1961: Der Besessene (One-Eyed Jacks)
- 1962: Meuterei auf der Bounty (Mutiny on the Bounty)
- 1963: Der häßliche Amerikaner (The Ugly American)
- 1964: Zwei erfolgreiche Verführer (Bedtime Story)
- 1965: Morituri (Morituri)
- 1966: Ein Mann wird gejagt (The Chase)
- 1966: Südwest nach Sonora (The Appaloosa)
- 1967: Die Gräfin von Hongkong (A Countess from Hong Kong)
- 1967: Spiegelbild im goldenen Auge (Reflections in a Golden Eye)
- 1968: Candy
- 1969: Am Abend des folgenden Tages (The Night of the Following Day)
- 1969: Queimada (Burn!/Queimada)
- 1971: Das Loch in der Tür (The Nightcomers)
- 1972: Der Pate (The Godfather)
- 1972: Der letzte Tango in Paris (Ultimo tango a Parigi)
- 1976: Duell am Missouri (The Missouri Breaks)
- 1978: Superman
- 1979: Apocalypse Now
- 1980: Die Formel (The Formula)
- 1989: Weiße Zeit der Dürre (A Dry White Season)
- 1990: Freshman (The Freshman)
- 1992: Christopher Columbus – Der Entdecker (Christopher Columbus: The Discovery)
- 1994: Don Juan DeMarco
- 1996: DNA – Die Insel des Dr. Moreau / DNA – Experiment des Wahnsinns (The Island of Dr. Moreau)
- 1997: The Brave
- 1998: Free Money
- 2001: The Score
- 2006: Superman returns
Marlon Brando ist – neben Joanne Woodward, Jack Lemmon, Paul Newman und Elizabeth Taylor – der meist-ausgezeichnete amerikanische Filmschauspieler seiner Generation.
- 1952: Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Endstation Sehnsucht (1951)
- 1952: Internationale Filmfestspiele von Cannes, Preis für den besten Darsteller für Viva Zapata! (1952)
- 1952: Jussi (Verdienstdiplom für den besten ausländischen Darsteller) für Endstation Sehnsucht (1951)
- 1953: Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Viva Zapata! (1952)
- 1953: BAFTA (= British Academy of Film and Television Arts)-Award (Bester ausländischer Darsteller) für Viva Zapata! (1952)
- 1954: Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Julius Caesar (1953)
- 1954: BAFTA-Award (Bester ausländischer Darsteller) für Julius Caesar (1953)
- 1954: New York Film Critics Circle Award (Bester Darsteller) für Die Faust im Nacken (1954)
- 1955: Oscar (Bester Hauptdarsteller) für Die Faust im Nacken (1954)
- 1955: Golden Globe (Bester Hauptdarsteller, Sektion Kinofilme) für Die Faust im Nacken (1954)
- 1955: BAFTA-Award (Bester ausländischer Darsteller) für Die Faust im Nacken (1954)
- 1957: Golden Globe Nominierung (Bester Hauptdarsteller in einer Komödie / Musical für Das kleine Teehaus (1956)
- 1958: Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Sayonara (1957)
- 1958: Golden Globe Nominierung (Bester Hauptdarsteller in einem Drama) für Sayonara (1957)
- 1958: Laurel Award (Goldener Lorbeer für die beste männliche Schauspielleistung) für Die jungen Löwen(1958)
- 1959: BAFTA Award Nominierung (Bester ausländischer Hauptdarsteller) für Die jungen Löwen (1958)
- 1961: Golden Apple Award: Sour Apple, Preis für den am wenigsten kooperativen Darsteller
- 1961: Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián (Goldene Muschel) für Der Besessene (1961)
- 1964: Golden Globe Nominierung (Bester Hauptdarsteller in einem Drama) für Der häßliche Amerikaner
- 1967: Western Heritage Awards (Bronze Wrangler) für Südwärts nach Sonora (1966)
- 1972: Fotogramas de Plata, Preis für den besten ausländischen Darsteller für Queimada (1969)
- 1973: Oscar (Bester Hauptdarsteller) für Der Pate (1972)
- 1973: Golden Globe (Bester Hauptdarsteller, Sektion Kinofilme) für Der Pate (1972)
- 1973: Golden Globe: Henrietta Award (weltweit populärster männlicher Darsteller)
- 1973: BAFTA Award Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Der Pate (1972)
- 1973: Kansas City Film Critics Circle Award (Bester Darsteller) für Der Pate (1972)
- 1973: Jussi (Darsteller des Jahres)
- 1974: Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Der letzte Tango in Paris (1972)
- 1974:BAFTA Award Nominierung (Bester Hauptdarsteller) für Der letzte Tango in Paris (1972)
- 1974: Golden Globe: Henrietta Award (weltweit populärster männlicher Darsteller)
- 1974: National Society of Film Critics Award (Bester Darsteller) für Der letzte Tango in Paris (1972)
- 1974: New York Film Critics Circle Award (Bester Darsteller) für Der letzte Tango in Paris (1972)
- 1979: Emmy Award (Bester Nebendarsteller in einer Fernsehserie) für Roots – Die nächsten Generationen (1979)
- 1989: Tokyo International Film Festival (Bester Darsteller) für Weiße Zeit der Dürre (1989)
- 1990: Oscar-Nominierung (Bester Nebendarsteller) für Weiße Zeit der Dürre (1989)
- 1997: Goldene Himbeere/Razzie Award (Schlechtester Nebendarsteller) für Die Insel des Dr. Moreau (1997)
- Das American Film Institute wählte ihn in der Liste der größten 25 männlichen Filmlegenden aller Zeiten auf Platz 4.
Auf dem Hollywood Walk of Fame ist dem Schauspieler ein Stern gewidmet (bei 1777 Vine Street).
Zu den Schauspielern, die Marlon Brando in den deutschen Synchronfassungen ihre Stimmen geliehen haben, zählen:
- Harald Juhnke (Die Männer, Die Faust im Nacken, Der Wilde, Sayonara, Die jungen Löwen, Der Besessene, Morituri, Südwest nach Sonora, Ein Mann wird gejagt, Spiegelbild im goldenen Auge)
- Peer Schmidt (Endstation Sehnsucht, Der hässliche Amerikaner)
- Horst Niendorf (Julius Caesar)
- Heinz Reincke (Desirée)
- Gert Günther Hoffmann (Der Mann in der Schlangenhaut, Meuterei auf der Bounty)
- Rainer Brandt (Die Gräfin von Hongkong)
- Claus Biederstaedt (Zwei erfolgreiche Verführer, Am Abend des folgenden Tages, Queimada, Der letzte Tango in Paris)
- Wolfgang Kieling (Duell am Missouri)
- Michael Chevalier (Das Loch in der Tür, Die Insel des Dr. Moreau)
- Gottfried Kramer (Der Pate, Apocalypse Now, Weiße Zeit der Dürre)
- Christian Brückner (Der Pate, TV-Fassung)
- Rolf Schult (Superman)
- Thomas Fritsch (Apocalypse Now, Redux-Version)
- Helmut Krauss (Freshman, Don Juan DeMarco, The Brave, The Score)
Zahllose Schauspieler haben sich an Marlon Brandos Darstellungsstil orientiert, darunter z. B. Rod Steiger, Ben Gazzara und vor allem James Dean. Derjenige Schauspieler, der Brandos Vorbild am glühendsten nachgeeifert hat, war Dean. Er hatte sein Filmdebüt in einer Rolle, für die ursprünglich Brando vorgesehen war: in ...denn sie wissen nicht, was sie tun, und ebenso wie der junge Brando hat Dean sich dem Publikum als Darsteller brütender, rebellischer, unartikulierter junger Männer eingeprägt. Auch Richard Burton hat Brandos Schauspielstil sehr genau studiert. Am Anfang seiner Karriere hatte Paul Newman gegen das Stigma anzukämpfen, er sei nur eine Kopie von Marlon Brando. Jane Fonda, die Brando während der Dreharbeiten zu Ein Mann wird gejagt kennenlernte, war von seiner Verbindung von Künstlertum und politischem Engagement tief beeindruckt und empfand ihn als Urbild eines artist engagé.
Robert F. Smallwood veröffentlichte 2006 ein Schauspiel über Marlon Brando (Brando, Tennessee, & Me. A Play). Von Scott Wannberg stammt ein Gedicht über Brando mit dem Titel „Omaha Light“. Brando wird auch in zahlreichen Pop- und Rocksongs erwähnt, etwa in It’s Hard to be a Saint in the City (Bruce Springsteen, 1973), Is This What You Wanted? (Leonard Cohen, 1974), Pocahontas (Neil Young, 1979), China Girl (David Bowie, 1983), We Didn’t Start the Fire (Billy Joel, 1989), Vogue (Madonna, 1990), Gangster Moderne (MC Solaar, 1997), Eyeless (Slipknot, 2000), The Ballad of Michael Valentine (The Killers, 2004), Back to Tupelo (Mark Knopfler, 2004), Kings For A Day (Tak Matsumoto Group, 2004), Advertising Space (Robbie Williams, 2005) und Amsterdam (Mando Diao, 2006). Der Neuseeländer Russell Crowe, der vor seiner Filmkarriere in Hollywood in seiner Heimat u. a. als Rock’n’Roll-Sänger arbeitete, brachte in dieser Zeit eine Single mit dem Titel I Want to Be Like Marlon Brando (1980) heraus. Elton John veröffentlichte 1988 einen Song Goodbye Marlon Brando.
- 1966 – Meet Marlon Brando (Regie: Albert und David Maysles; kurzer Dokumentarfilm)
- 1981 – The Rebels: Marlon Brando (Claurio Masenza, Italien; Video-Dokumentarfilm)
- 1991 – Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse (Fax Bahr, George Hickenlooper; Dokumentarfilm über die Entstehung des Films Apocalypse Now)
- 1996 – Marlon Brando: The Wild One (Paul Joyce; TV-Dokumentarfilm)
- 2003 – James Dean and Marlon Brando (Laurent Preyale, Frankreich; kurzer TV-Dokumentarfilm)
- 2006 – The Godfather and the Mob (Simon George, Großbritannien; TV-Dokumentarfilm)
- 2006 – The Hollywood Greats, Episode: Marlon Brando (Teil einer TV-Dokumentarserie)
- in Produktion: Citizen Brando (Ridha Behi, Frankreich, Tunesien, Großbritannien; Dokumentarfilm)
„He’d created not only a standard of acting, but a style, which was unfortunate, since everybody after that wanted to act like Marlon Brando.“ (Robert Lewis, Mitbegründer des Actors Studio, über Marlon Brando)
„Monty knew what he was doing all the times – not that he wasn’t full of emotion and feeling, but it was approached intellectually. Marlon acted out of some innate emotive force. It wasn’t studied, it just happened.“ (der Schauspieler Kevin McCarthy über Montgomery Clift und Marlon Brando)
„He was innately brilliant but it was all scattered, almost as if he’d been told early on that he was nothing and worthless. Yet his work was so beautiful and so pure that there was no explaining where it came from. He still didn’t love acting, he didn’t love the theater and he didn’t respect his own talent, but his gift was so great he couldn’t defile it. He could put on pounds, he could say that it was all shit, but he still couldn’t destroy it.“ (die Schauspielerin Julie Harris über Marlon Brando)
„Brandos Kowalski, wenn er die bourgeoise Überspanntheit der Blanche DuBois brutal beiseite wischte, produzierte dabei einen kleinen Überschuss an Brutalität, der kein reines Gewaltmenschentum war. Vielmehr mischte sich in das Gewalttätige früh etwas Weinerliches und in das Weinerliche etwas Sadistisches. Der Motorradrocker Johnny ist nicht nur von unbeugsamem Stolz, sondern auch voll Selbstmitleid, er ist ein Outlaw, der sich an der Hässlichkeit der Spießergesellschaft freut, die ihn zum Außenseiter macht. So arbeiten Sadismus und Masochismus Hand in Hand: Weil er leidet, darf er auch böse austeilen. Es steigert sein Lebensgefühl, dass er die Niedertracht des Normalbürgers im Rücken spürt. Der aus vielerlei Quellen, edlen und trüben, gespeiste Charakter war überhaupt wohl die größte Neuerung, die er in das glatte Heldengenre Hollywoods einführte; es war keineswegs nur das bloß Animalische, Körperschöne und Instinkthafte, das die Filmkritik später rühmte.“ (Jens Jessen, in: Die Zeit, 2004 [1])